Der Loches-Platz, oder “Denken lohnt sich”

Mittwoch, 11. Februar 2009

Es ist schon verhext - seitdem ich bei Vince Ebert in der Katt mit seinem Programm “Denken lohnt sich” war, kann ich nicht mehr damit aufhören. Richard Rogler hat einmal das gleiche Problem gehabt und sich operieren lassen, Lobotomie. Er sagte, danach habe er sich dümmer gefühlt, aber es lebe sich leichter. Diesen Zustand wünsche ich mir auch manchmal.

Zum Beispiel in der letzten StuV-Sitzung. Einfacher wäre es schon, wenn man dumm sagen könnte: “Toll, Gesetzgebung zur europaweiten Ausschreibung fällt weg, können wir ja endlich dem Investor zusagen, der schon vor der Tür steht!”. Mich deucht jedoch, dass dümmer nicht immer besser ist.

Zuerst dachte ich auch: “Wat soll jetz der Quatsch mit der europaweiten Ausschreibung?” Im Kern geht es jedoch darum, ob wir in Wermelskirchen mitbestimmen wollen, was aus dem Loches-Platz gemacht wird oder ob uns das völlig egal ist, Hauptsache einer investiert genug Kohle. Wir wollen aber mitbestimmen und den Platz nicht einfach nur verschachern: Wir wollen Parkplätze und Kirmesnutzung und Markt und einkaufen und und und. Uns fällt bestimmt sogar noch mehr ein, etwa Markthallen, die dem Platz dann auch ein gewisses französisches Ambiente geben würden, wie der Name es verspricht. In jedem Fall ist der Loches-Platz das Bindeglied in der Perlenkette, die unsere Innenstadt zwischen Ovaloid und Schwanen bildet. Wenn wir an dieser Stelle einen falschen Schnitt machen, ist der Schwan wirklich geköpft. Ein für alle Mal.

Wir könnten das natürlich jetzt auch vor dem Knie zerbrechen: Investor fängt an zu bauen, Weik hat seinen Pluspunkt - und irgendwann kommt der Europäische Gerichtshof und legt uns die ganze Chose still, inklusive Millionen-Verluste. Aber das kann keiner ernsthaft wollen. Das können wir uns auch gar nicht leisten. Und genau dafür brauchen wir die Rechtssicherheit, die uns die europaweite Ausschreibung gibt. Soll es doch unter Umständen etwas länger dauern, Hauptsache ist doch, dass das ganze Projekt “Loches-Platz” endlich voran gebracht wird und später nicht mehr gekippt werden kann. Zeit genug ist ja inzwischen vergangen. Mindestens die bisherige Amtsperiode von Herrn Weik. Und das alles nur, weil wir in Wermelskirchen bisher noch keine Erfahrung mit einer europaweite Ausschreibung haben? Irgendwann ist immer das erste Mal und man wächst mit seinen Aufgaben. Außerdem ist es ja nicht so, als wenn wir keine fähigen Mitarbeiterinnen in der Verwaltung hätten, wie Frau Betke übrigens eindrucksvoll in der StuV-Sitzung bewiesen hat.

In diesem Sinne: Lasst uns die Entwicklung des Loches-Platz endlich angehen und keine Zeit mehr verschwenden mit der zeitweiligen Umgehung von Vorschriften, die dann wie ein Damokles-Schwert über uns hängen würden. Lieber ein bisschen vorsichtig, aber dafür auf der sicheren Seite, als schluderig. Was anderes würde auch nicht zu Wermelskirchen passen - und ich glaube das beurteilen zu können, weil ich seit meiner Geburt hier lebe…

Mehr dazu unter im Artikel von Andreas Weber im rga-online: Weitere Diskussionen um Loches-Platz

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