Transparenz

Im Grunde ist es ja gut, dass viele Dinge jetzt in nicht-öffentlichen Arbeitskreisen diskutiert werden. Getreu dem Motto “Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.” Die Einzelheiten, die kleinen Puzzle-Stückchen, die ich allerdings so aus der Presse erfahre, geben mir momentan viele Rätsel auf.

Wenn ich das richtig überzogen habe, gibt es zur Zeit vier Themen/Projekte, die in mehreren Arbeitskreisen behandelt werden.

Da haben wir einmal die scheinbar unendliche Geschichte um den
Hochseil-Klettergarten.

Frau Ehlis, die Betreiberin, zieht mit Herrn Dr. Prusa durch die Wälder und begutachtet mögliche neue Standorte (Wir erinnern uns: Der Betrieb des Klettergartens in Zurmühle ist illegal und wurde deshalb seitens der Stadt untersagt, was erstmal keine Auswirkungen hatte und momentan eigentlich immer noch nicht…).

Frau Ehlis könnte sich zwar mit dem Vogelsang anfreunden, hätte aber am liebsten weiterhin Zurmühle, da nur dort der öffentliche Personennahverkehr gegeben sei. Außerdem finden weitere 2000 Wermelskirchenerinnen und Wermelskirchener, dass Zurmühle der optimale Standort sei. Und wahrscheinlich wohnen mindestens 1 Promille von denen auch dort!

Allerdings überlegt Frau Ehlis wohl auch noch immer, Schadensersatzforderungen an Wermelskirchen zu stellen. In Hückeswagen sei man ihr deutlich freundlicher entgegen gekommen und habe auch Gutachten und Studien bezahlt. Hmmm….

Zweites großes Thema ist das geplante
Wellness-Hotel im Eifgen.


Zunächst betonte Herr Weik, die Arbeitskreise Umwelt, Tourismus und Umwelttechnologie würden umgehend einbezogen. Und er sagte: “Wir sprechen natürlich zuerst mit den Wermelskirchener Gastronomen. Sie haben auf jeden Fall den Erstzugriff auf das Gelände.” Parallel werde aber “der Markt abgeklopft” und das Projekt auch im Internet beworben.

Im WGA vom 21. November wird allerdings berichtet, dass es laut Herrn Weik nicht Aufgabe der Stadt sei, nach einem Investor zu suchen (?). Es sei den Fraktionen im Rat bekannt gewesen, dass die TSL GmbH um die Erstellung einer Machbarkeitsstudie gebeten worden sei. (Ich dachte immer, so etwas müsse man in Auftrag geben, aber sei’s drum.)

Und das Gespräch mit den Hoteliers? Soll zwar stattfinden, aber nicht über die Frage, ob ein solches Hotel gebaut wird oder nicht. Worüber denn dann, fragt sich die geneigte Bürgerin?

Außerdem ist mir nicht ganz klar, ob jetzt 100 heimische Unternehmen einen tatsächlichen Bedarf für ein solches Hotel angemeldet haben oder nur 100 Unternehmen befragt wurden (und wie viele von denen denn tatsächlich geantwortet haben). Auch hier: Fragen über Fragen…

Dann drittens: Das Dhünnsche

Frank Jäger ist guter Dinge, dass eine Machbarkeitsstudie (für die Sauna- und Wellnesslandschaft mit Hotel?) von der Stadt bezahlt wird und ebenso ein Betriebskostenzuschuss für 2010. Wenn dies nicht geschehe, werde das Bad geschlossen. Jan Paas von der WNKUWG sagt zum Thema Machbarkeitsstudie/Umzug/Zuschuss für den Hochseil-Klettergarten: “Geld für einen Umzug des Klettergartens kann es in Anbetracht der städtischen Haushaltslage nicht geben, zudem ist die Stadt nicht Verursacher der Problemlage in Zurmühle.” Gut, Dhünn ist natürlich was anderes als Zurmühle…

Last not least noch einmal Dhünn, hier: Der Mountainbike-Park
Hierfür steht zwar Frank Jäger nicht als Investor bereit, aber das Gelände oberhalb des Dhünnschen (was ihm gehört) ist ideal und könnte im Sommer gut eine Anbindung ans Freibad erfahren. Auch in der Regionale 2010 ist etwas ähnliches, allerdings mit Laufstrecke, angedacht.

Oh weh! Ein langer Artikel. Und das sind im Grunde mal nur die Fakten, die ich der Presse entnehmen konnte. Dadurch ergeben sich natürlich Fragen über Fragen:

- Wären zwei Wellness-/Tagungs-Hotels (Eifgen und Große Ledder)(bzw. drei mit Sauna-Landschaft Dhünnsches) denn wirklich noch rentabel?
- Geben Menschen Geld für einen Aufenthalt in einer Sauna-/Wellness-Landschaft aus, wenn nebenan die Kinder aus dem Dorf im Freibad lärmen oder die Mountain-Biker downhillen?
- Könnten die Mountain-Biker denn nicht unterhalb von Große Ledder fahren?
- Wird der Spatzenhof oder Große Ledder jemals erweitern und “Drei Linden” jemals eröffnen, wenn es ein zusätzliches Hotel am Vogelsang gibt?
- Wie wollen wir entscheiden, welche Machbarkeitsstudie künftig finanziert werden soll und welche nicht?
- Von wem drohen uns noch alles Schadensersatzforderungen?

Alles in allem wird die Lage nicht unbedingt transparenter dadurch, dass das alles jetzt erstmal in nicht-öffentlichen Arbeitskreisen diskutiert wird. Und irgendwie fehlt mir auch die Vogelperspektive, der Blick auf das Ganze - auf unser gesamtes Stadtgebiet…

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