Schwarzer Peter

Ich finde, es ist jetzt langsam mal an der Zeit, dass wir uns hier in Wermelskirchen überlegen, wo wir eigentlich hin wollen. Und dann, wie wir da hin kommen.

Der Zustand der scheinbaren Alternativlosigkeit, der einen ja schon kaum noch aufmerken lässt, weil man ihn von der Bundespolitik so gewöhnt ist, ist in Wirklichkeit nicht akzeptierbar. Er wird auch nicht besser durch wilden Aktionismus, dadurch, dass einige ungeduldige Lautsprecher das mit dem Hintern wieder einreißen, was hier so gerade mal (nach 10 Jahren) anfängt, Gestalt anzunehmen. Eher im Gegenteil.

Er wird aber auch nicht besser durch Aussitzen und Verantwortung-an-die-nächsthöhere-Verwaltungsinstanz-Abschieben.

Wir brauchen also einen Masterplan. Wir. Wermelskirchen. Nicht “die Stadt” oder “die Politiker’”, sondern wir alle. Die Kommune. Ein Pakt der Vernunft, wie ihn der Bürgermeister wiederholt gefordert hat, reicht jetzt nicht mehr. Abgesehen davon, dass ihn viele schon aufgekündigt zu haben scheinen.

Wir sollten auch nicht die schwäbische Hausfrau fragen, wie wir das mit dem Haushalt machen sollen. Die würde uns wahrscheinlich raten zu sparen. Nur das kann man bekanntlich schnell “am falschen Ende” tun. Wenn wir aber mal ein bisschen nachdenken, kommen wir selber schnell darauf, dass wir die Kosten senken müssen und/oder die Einnahmen erhöhen. Und um Kosten dauerhaft zu senken oder um neue Einnahmequellen zu erschließen, ist es manchmal nötig, erstmal Geld auszugeben. Damit das aber nicht zum Fenster herausgeworfen wird, müssen wir aufhören, an lauter Einzelmaßnahmen herumzudoktern und uns dabei zu verzetteln. Zumindest sollten wir mal einen Moment innehalten. Parkplätze hier und Grundstücksverkäufe da, Flickschustern an der Fassade hier und Hundesteuer erhöhen dort, Radweg ausbauen hier und ungezügelten Autoverkehr da, Haushalt nicht genehmigen hier und Haushaltsmittel fordern dort. Und wenn alles nicht mehr hilft, schieben wir den Schwarzen Peter eine Instanz höher. So kann das nicht weitergehen.

Zwar beginnt auch die längste Reise mit dem ersten Schritt, aber bevor man diesen macht, sollte man wenigstens mal überlegen, wo man eigentlich hin will. Und dann sollte man nicht immer wieder die Richtung wechseln - so kommt man nämlich nicht weiter.

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