Veggie-Thursday

28. Februar 2013

Neuerdings hab’ ich ja immer ‘ne Flasche Eierlikör (natürlich aus Bio-Eiern!) im Haus. Ihr wisst schon - für den Fall, dass der Peer mal vorbeikommt. Falls er das noch darf. Bei Genossinnen oder Genossen soll er ja jetzt nicht mehr. Heißt dann direkt, das wäre manipuliert. Als wenn einer von den Julis den Peer zu sich nach Hause einladen würde! Dann kann man es doch auch direkt lassen. Meine Meinung.

Aber jetzt muss ich echt aufpassen! Vor allem donnerstags!

Ich überleg’ schon, wo ich im Ernstfall die Scheibe Bauchspeck verstecken könnte. Gut, Gehacktes könnt’ ich in ein Kohlblatt einwickeln und als Kohlroulade tarnen - dann is’ es erst mal weg aus dem direkten Blickfeld. Aber Bauchspeck? Oder Zerwelatwurst? Schwierig!

Der Jürgen und die Claudia haben nämlich jetzt angekündigt, dass die auch Hausbesuche machen wollen. Immer donnerstags. Nette Gespräche im Wohnzimmer, bei Mate-Tee und Dinkel-Kräckern. Glutenfrei natürlich.

Aber das soll nur Tarnung sein - davon bin ich überzeugt! In Wirklichkeit kucken die dann unter einem Vorwand in den Kühlschrank und schauen nach, ob sie Fleisch finden. Und wenn ja, dann ist aber die Ka..e am dampfen! Da drohen aber mindestens 30 Tofu-Tage oder ebensoviele Sozialstunden im Bereich Erbsenzählen oder Hühnerbetreuung!

Ganz zu schweigen, wenn der Cem kommt. Dann werden auch noch die Brötchen kontrolliert. Ob da Schweineschmalz drin ist. Von daher wäre Pferd hier vielleicht wirklich eine Alternative… aber is’ ja auch Tier drin. Wahrscheinlich zumindest. Wenn das nicht alles schon im Rind ist.

Hoffentlich wollen die nicht auch noch einen Vegan-Friday einführen. Dann wär’ nämlich Essig mit Eierlikör! Bio hin oder her. Zumindest freitags…

Bio-Eier (oder fremde Federn…)

26. Februar 2013

Bald is’ ja wieder Ostern. Und deshalb MUSS ich jetzt mal darüber reden… Die letzten Lebensmittelskandale haben mich als Verbraucherin echt tief betroffen gemacht, um nicht zu sagen, große Teile meines Weltbildes zum Einsturz gebracht.

Zum Beispiel Eier. Ich will ja, dass es den HühnerInnen und Hühnern gut geht. Deshalb kaufe ich immer Bio-Eier. Und ich finde, da kann ich als Verbraucherin ja wohl erwarten, dass sich um die Produzentinnen vernünftig gekümmert wird!!! Also zum Beispiel, dass die persönliche Betreuerin den Hektar grünen Ackers, auf dem mein(!) Huhn herumläuft, nur in Begleitung einer Tierpsychologin betritt, die die Diskussion mit dem Huhn darüber, ob es bereit ist, ein Ei aus seiner Produktion abzugeben, mit Sachverstand begleitet! Und mit Empathie! Das ist schließlich keine leichte Entscheidung für ein Huhn! Je nach politischer Couleur möchte es vielleicht auch wissen, ob sein Ei - sein Baby! - an gleichgeschlechtliche Lebenspartner, an Singles oder an Familien mit Kindern abgegeben wird! Ganz zu schweigen von der religiösen Perspektive.

Ich hatte auch schon einmal daran gedacht, ganz auf Eier zu verzichten. Aber als bewusste Verbraucherin habe ich mich auch gleich gefragt: Helfe ich den Betroffenen damit wirklich? Irgendwie müssen sie ja ihren Lebensunterhalt bestreiten, die Chicks. Von dem Vater des Eies kann das Huhn ja nun auch keine Unterstützung erwarten. Was das für Halunken sind, hört man doch schon an den Namen: Bergischer Schlotterkamm! - nach Familiensinn hört sich das nicht an. Oder die ganzen Migranten: Altenglischer Kämpfer, Appenzeller Spitzhaube, Sizilianer oder Polnischer Grünfüßler. Eine nachhaltige Familienplanung kann man mit so einem doch - bei aller Verbraucherliebe und -unterstützung - nicht aufbauen! Deswegen finde ich, die alleinstehenden Eierleihmütter sollen wenigstens ordentlich entlohnt werden. Deshalb kaufe ich Bio-Eier.

Und jetzt bin ich wirklich sehr, sehr enttäuscht und traurig, weil ich hören musste, dass mein Geld gar nicht bei den Produzentinnen ankommt! Dass diese teilweise nur Junkfood kriegen und mit bis zu acht Artgenossinen auf einem Quadratmeter leben müssen. Das finde ich wirklich skandalös und vor allem: ICH fühle mich BETROGEN!!! So was kann man mit bewussten Verbraucherinnen wie mir nicht machen! Und am Ende muss man sich dann auch noch vorwerfen lassen, man wäre ja selbst schuld, von wegen billig-billig.

Platz genug wäre doch! Gut, bei 35.700.000 Hektar Fläche in Deutschland müssten ein paar der ca. 40 Mio. Legehennen sich einen Hektar teilen, aber dafür könnten sie ja steuerlich begünstigt werden - Homo-Eiergattensplitting sozusagen. :-)

Gut, es könnte natürlich sein, dass die Eier dann ein bisschen teurer würden. Wenn wir mal von einem Pachtzins von 365,- Euro (rechnet sich leichter) pro Jahr, pro Hektar ausgehen und noch ein bisschen Körner, Strom und ein paar Extras wie Pediküre, Federreinigung, Ei-Phone-Vertrag und ab und zu mal Kino (Chicken Run, Kokowää, “Die Hühner” von Hitchcock oder “Kräh langsam”, Teil 2) dazurechnen und das dann durch die Anzahl der Eier teilen (jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei), dann kämen wir wahrscheinlich so um die 7,50 Euro pro Ei raus.

Aber das sollte uns unser gutes Gewissen doch wert sein, oder???

PS: Für mich als anspruchsvolle und verantwortungsbewusste Verbraucherin ist ja außerdem wichtig, dass kein Pferd oder Fisch im Ei ist… Aber Moment mal - was ist das???… Ich les’ gerade von noch so einem oben erwähnten Haudegen: Dem Deutschen Lachshuhn… Ach Du dickes Ei! Vor nix is’ man sicher…

PPS: Bevor jetzt einer mit Plagiatsvorwürfen kommt: Die Grundidee von der psychologischen Betreuung für Hühner stammt von einem Kabarettisten! Ich weiß leider nicht mehr von welchem, sonst würde ich die Quelle natürlich benennen! Das ganze Drumherum ist mir aber selber eingefallen - floss quasi geradezu auf die Tastatur… bei den Vorgaben dieser Tage ja auch kein Wunder ;-)

Ohrenschlackern

20. Juni 2012

Seit letzten Montag weiß ich endlich, warum Arbeitskreissitzungen nicht-öffentlich, also quasi geheim sind. Das ist mir im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, dem StuVU aufgegangen, nachdem ich meinen Mund wieder zugekriegt und einmal kräftig mit den Ohren geschlackert hatte. Die sind nämlich deswegen geheim, also die Arbeitskreise, damit keiner merkt, wenn man schlaue Erkenntnisse aus schlauen Vorträgen, die dort gehalten werden, einfach ignoriert. Also sozusagen erkenntnisresistent ist. So wie die CDU und das BüFo und auch WNKUWG und teilweise die FDP.

Der Herr Dr. Prusa hat dann auch mal lieber gar nichts dazu gesagt, sondern die Hand vor den Mund gehalten - wahrscheinlich, damit man ihn nicht grinsen sieht oder weil er sonst geplatzt wäre. Weil er ja derjenige ist, der immer die schlauen Vorträge im Arbeitskreis Stadtentwicklung hält. Geheim natürlich. Und da hat er unter anderem auch gesagt, dass das mit den neuen Siedlungsflächen nicht so weiter gehen kann in Wermelskirchen, weil die ja unglaubliche Kosten nach sich ziehen: Für Kindergärten und Schulen, für Busse, für Abwasserkanäle, Straßenerhaltung, Winterdienst, Spielplatzpflege, mehr Verkehr und so weiter und dass wir ja auch eigentlich schon mehr als genug Bauflächen haben.

Das muss ja alles nachher bezahlt werden und zwar nicht vom Herrn August Schmidt, der im Höferhofer Feld in Dabringhausen 92 Häuser bauen will, sondern von uns allen.

Trotzdem wollte die CDU auf Teufel komm raus dem Herrn Schmidt das Bauen da erlauben. Warum weiß ich nicht, aber wahrscheinlich weiß das der Herr Dr. Prusa. Schließlich kann der nicht nur schlaue Vorträge halten, sondern ist auch noch der Chef von der CDU. Natürlich kann der das gut auseinanderhalten und das eine hat ja auch nix mit dem anderen zu tun hat, nicht, dass da jetzt einer was falsch versteht.

Wahrscheinlich weiß der Herr Dr. Prusa auch, warum der Herr Bosbach direkt nach der Abstimmung zum Telefonieren raus gegangen ist. Vielleicht hat ja der Herr Schmidt schon mit der Schüppe oder mit dem Kuli in der Hand auf einen Anruf gewartet, aber das werden wir wohl nie erfahren…

Mehr Netto

13. April 2012

“Wer mehr verdient, zahlt automatisch mehr Steuern und Abgaben. Doch das Ausmaß der Abzüge mindert die Freude dann doch.”
Kommentar von Kerstin Schwenn in der faz heute.

Liebe Frau Schwenn,

Wohl dem, dessen Freude über den eigenen Verdienst so groß ist (wie offensichtlich ihre), dass sie durch “das Ausmaß der Abzüge” noch gemindert werden kann! Will sagen: Einen bescheuerteren Kommentar habe ich schon lange nicht mehr gelesen!

Sie schreiben, der Staat sichere sich “über die kalte Progression und höhere Beitragssätze zur Kranken- und Arbeitslosenversicherung einen übermäßigen Anteil am Einkommen der Beschäftigten.” Die “unverhofften Milliardenbeträge” sollten nicht für “überflüssige Wohltaten” wie etwa Arbeitsförderprogramme oder Zuschussrente für Geringverdiener “verschwendet” werden, fordern Sie und fragen: “Hatte die Koalition nicht „Mehr Netto vom Brutto“ versprochen?”

Nein, liebe Frau Schwenn, das hatte die Partei versprochen, der Sie offensichtlich anhängen. Diejenige, die - wie wir jetzt auf Wahlplakaten lesen können - Christian Lindner gehört. Wie man hört, hat er einen Kredit über 800.000 Euro aufgenommen, um sie zu kaufen, damit er sagen kann: “Das ist meine FDP!”

Von mir aus können Sie beide sich die teilen - ich will nix davon abhaben. Und dann können Sie zusammen ein Tässchen heulen, über die wenigen, Ihnen verbliebenen Penunsen…

Danke für das Bild an Simon Stützer, Jena!

Ach so - kurz nach diesem Kommentar las ich folgende Schlagzeile auf der Nachrichtenseite von t-online: “Millionen Bürgern droht tiefe Rentenlücke” - na denn mal schnell runter mit den Beitragssätzen…

Ware Mensch…

6. Januar 2012

Aus dem Angebot eines “Personal-Dienstleistungs”-Unternehmens:

“…Wir unterbreiten Ihnen auf der Grundlage des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes folgendes Angebot:
Fachlagerist – 17,80 €
Spätschicht 14.00-22.00 Uhr 15% Nachtschicht 22.00-6.00 Uhr 25% Überstd. ab 40 Std. 25% Sa.-Zuschl.50%… Unser Fahrdienst tritt bei sechs Mitarbeitern pro Schicht in Kraft.”

Mengenrabatt ab sechs, Zuschläge ab 10 - ist das jetzt nur ungeschickt formuliert oder menschenverachtend? Die Verpackungseinheit ist auch nicht eindeutig definiert - ganz zu schweigen von Garantiebedingungen. Nur die Lieferbedingungen: Ab sechs Stück frei Haus…