Herr Lewski und das Passiv

Freitag, 14. November 2008

Das erste Bild, das mir in den Sinn kam, als ich über die Kandidatur von Herrn Lewski las, war das eines Lämmleins. Eines Opferlammes um genau zu sein, da sein Dasein sich im Passiv abzuspielen scheint.

Da hatte er sich gerade kurz vorher wieder für acht Jahre zum Beigeordneten der Stadt Rösrath wählen lassen, als sich ihm der innige Wunsch offenbarte, Bürgermeister von Wermelskirchen zu werden. Und diesen Traum erzählte er dem Vorstand der CDU, wohl in der Hoffnung, dieser möge ihn richtig deuten. Aber die Vorstandsmitglieder schienen nicht so gut im Traumdeuten zu sein oder hielten Träume für Schäume, weshalb sie Herrn Lewski jetzt als Wölfe erschienen, vor denen er sich ängstlich zurückzog. Und obwohl er noch viele Tage träumend vor seinem Telefon ausharrte, rief ihn der Oberwolf, Herr Schmitz, nicht an.

So gingen denn einige Tage ins Land bis Herr Lewski, immer noch traumversunken, mit Gattin durch Wermelskirchen flanierte. Dort begenete ihm eine Welle der Sympathie und wohl auch Herr Braun, der Schäfer, und er fühlte sich geradezu gezwungen, noch einmal über seinen Traum nachzudenken. Schließlich hatte der oberste Wolf ihn bis zuletzt in dem Glauben gelassen, dass es möglich sei, Bürgermeister zu werden und ihn dennoch schließlich abserviert, obwohl er doch gewusst haben muss, dass Herr Lewski die Kandidatur so heiß ersehnte!

Im Nachdenken wurde Herr Lewski schließlich vom weisen Herrn Braun ermuntert und in den Jägerhof geladen (wo Jäger sind, ist man vor Wölfen sicher!).

Und was ist jetzt die Moral von der Geschicht’? Nachdem Herr Lewski die ganze Zeit über nichts aktiv angepackt hat, packt er jetzt erst mal aus. Über die bösen Wölfe in der CDU. Eigentlich wollte er ja keine schmutzige Wäsche waschen (zu aktiv? Frauensache?), aber dann hat Frau Tillfrau ihm den Wäschekorb vor die Füße gestellt. Wahrscheinlich mit schönem Gruß von Herrn Weik…

Und über Wermelskirchen hängt blökend die Frage: Wenn Herr Lewski sich schon innerhalb der CDU nicht durchsetzen kann, wie will er sich denn im Zweifelsfall gegen die anderen Wölfe durchsetzen?

Hier der Artikel, der mich zu diesen Überlegungen anregte: Kowalewski packt aus

Eine Reaktion zu “Herr Lewski und das Passiv”

  1. petraswelt » Blog Archiv » Die Bürgermeister-Kandidaten

    [...] anderer Stelle habe ich schon einmal geschrieben, dass Herr Kowalewski im Passiv zu leben scheint. Heute denke ich, er lebt auch in der Vergangenheit. Blasmusik, übertriebene [...]

Einen Kommentar schreiben