Gelbe Gefahr

Schöner Artikel in der Süddeutschen zu dem Thema: FDP

Gerade heute morgen wurde mir schlagartig der Hohn auf dem neuesten FDP-Plakat mit Guido Westerwelle bewusst. Dort spricht er zu uns: “Ihre Arbeit muss sich wieder lohnen!” Da er sich so vehement gegen Mindestlohn einsetzt, kann er damit ja nur die Besserverdienenden, die Leistungsträger, meinen. Aber für die lohnt sich die Arbeit doch so oder so. Gut, die Abzüge sind nicht ohne und treiben einem manchmal gar die Tränen in die Augen. Aber das ist doch wahrhaftig Jammern auf hohem Niveau…

Was er wirklich will, wird in diesem Zitat deutlich: “Manchmal verrät sich Westerwelle auch selbst: “Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit”, wetterte er kürzlich. Wenn manche in Talkshows erklärten, sie lebten vom Sozialstaat, arbeiteten schwarz und gleichzeitig das normal arbeitende Publikum beschimpften, sei das unerträglich. “Die werden bei uns kein Geld bekommen”, kündigte er an.”

Wieder mal die These, HartzIV-Empfänger seien selber Schuld und von Natur aus faul. Wo würde uns also schwarz-gelb hinführen?

10 Reaktionen zu “Gelbe Gefahr”

  1. EDV-Schrauber

    “Wo würde uns also schwarz-gelb hinführen?”

    Werden wir jetzt (leider) sehen… :-(

    Mit freundlichem Gruß
    -EDV-Schrauber-

  2. Petra Weber

    Ja, leider. Aber wir werden die Entwicklung wachsam beobachten. Die ersten “Versprechen”, wie Steuersenkung oder Ausstieg aus dem Atomausstieg, sind ja bereits ausgesprochen.

    Dabei fällt mir ein: am besten geh’ ich jetzt wirklich schnell mal noch zum Zahnarzt, bevor ich mir das überhaupt nicht mehr leisten kann…

  3. EDV-Schrauber

    Zum Zahnarzt ja, aber bitte nicht frei nach Heinz Erhardt: “Die alten Zähne waren schlecht…”

    Mit freundlichem Gruß
    -EDV-Schrauber-

  4. Petra

    Nee, nee - keine Angst. Nix mit Gras. Ich dachte dabei eher daran, dass man ja jetzt die Zähne wohl zusammenbeißen muss. Zu der weiter führenden Assoziation “Arsch huh” will ich mich jetzt lieber aus diversen Gründen nicht auslassen…

  5. Wolfgang Horn

    Arsch huh - das wird schon nötig sein, wenn man dem, was jetzt kommen wird - vielleicht nicht direkt, sondern erst nach der NRW-Landtagswahl - etwas entgegensetzen möchte. Nun ist das mit dem Popöchen ja so eine Sache. Wenn es seinen Platz in der Wermelskirchener Lokalpolitik noch nicht so richtig gefunden hat, wird es mit Aktionen gegen die Politik im Land und im Bund ja nicht wirklich einfacher. Ich meine jetzt das Popöchen der Partei, nicht das oder die Popöchen ihrer Mitglieder. (Wobei das Parteipopöchen diese Problem vor allem hat, weil der eine oder andere Arsch gerade dabei ist, die SPD weiter zu ruinieren.)
    Liebe Grüße
    Wolfgang Horn

  6. Petra Weber

    Ob etwas die SPD ruinieren wird und was (oder welcher Arsch) das sein könnte, wird sich in den nächsten vier bzw. fünf Jahren zeigen.

    À popos: Nachdem ich gerade gegen besseres Wissen doch noch einmal die online-Ausgabe der BM gelesen habe, muss ich mich wieder einmal wundern, wie viele selbsternannte Experten es gibt in dieser Frage. Sowohl die Schreibenden, als auch die, die unreflektiert auf die dortige Meinungsmache hereinfallen und wirklich zu glauben scheinen, dass politische Entscheidungen aus dem Bauch heraus gefällt werden und auf reiner Sympathie oder Antipathie beruhen…

  7. Wolfgang Horn

    Liebe Frau Weber,
    der eine oder ein anderer Arsch wird sicher nicht reichen, die SPD zu ruinieren. Er macht es der Partei nur schwerer, zu sich zu finden und aus dem Gerede herauszukommen. Und vier, fünf Jahre halte ich für einen durchaus realistischen Zeitrahmen. Ich muß mich Ihrem Verdikt zufolge also denen zurechnen lassen, die unreflektiert auf die Meinungsmache der Morgenpost reinfallen. Sie werden sicher verstehen, daß ich das anders sehe. Denn ich glaube nicht, daß Sympathie oder Antipathie die Basis für die Entscheidung in dem Fall sind, denen wir beide wohl meinen. Ich bin eher der Meinung, daß es sich um einen falschen Politikentscheid handelt, daß also weder Arsch, noch Bauch, sondern der Kopf die entscheidende Rolle spielte. Nur die Richtung des Denkens war falsch. Und schließlich, zum Thema Meinungsmache. Sie werden mit den Zeitungen am Ort leben müssen. Und beide haben publiziert, daß die Entscheidung der SPD in diesem Fall falsch oder fragwürdig war. Ist es wirklich vollkommen undenkbar, daß die Medien, die Bürger einmal Recht, Partei oder Fraktion mal Unrecht haben? Und die Menschen müssen sich ihr Bild mit Hilfe der Medien machen. Man kann also nicht andauernd Presseschelte betreiben, ihnen Meinungsmache unterstellen. In meinen Augen hat das mittlerweile etwas Phobisches. Klüger wäre es, das eigene Kommunikationsverhalten einmal genauer zu untersuchen. Der vorliegende Fall wäre ganz gut geeignet.
    Freundliche Grüße
    Wolfgang Horn

  8. Wolfgang Horn

    Übrigens: Ihr “À popos”, das ist wirklich gut. Chapeau.

  9. EDV-Schrauber

    Was die Bundes-SPD mutmaßlich ruiniert hat, ist sicher auch dieses:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4274

    Mit freundlichem Gruß
    -EDV-Schrauber-

  10. Petra Weber

    Da haben Sie nicht ganz unrecht, um es mal vorsichtig zu formulieren. Vielleicht eine Folgeerscheinung der Großen Koalition?
    Wenn ich das deutliche Grummeln an der Basis nicht völlig falsch deute, hege ich jedoch eine Hoffnung, dass sich da etwas tun könnte in Zukunft.
    Übrigens Danke für den Link! Die Seite war mir schon mal über den Weg gelaufen - ich glaube gerade erst bei der Lektüre von “Die verblödete Republik”

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